Kommt Jesus wieder? Koranische Analyse zu Sure 4:157, 3:55 und 5:117
Einordnung der Perspektiven
- Koranischer Wortlaut: ausdrücklich genannte Verse und ihr unmittelbarer Textbezug.
- Ahmadiyya-Position: die in der Analyse beschriebene Selbstauslegung der Ahmadiyya.
- Position von Ghamidi: die gesondert gekennzeichnete Auslegung von Dr. Javed Ahmad Ghamidi.
- Redaktionelle Bewertung: Schlussfolgerungen der Website; sie sind als theologische Einordnung und nicht als neutraler Wortlaut zu lesen.
Koranverse im Wortlaut:
Sure 4:157–158:* „...und wegen ihrer Rede: ‚Wir haben den Messias, Jesus, den Sohn Marias, den Gesandten Allahs getötet‘ – aber sie haben ihn weder getötet noch gekreuzigt, sondern es erschien ihnen so... Vielmehr hat Allah ihn zu Sich erhoben.“
Sure 3:55:* „Als Allah sprach: ‚O Jesus! Siehe, Ich will dich abberufen (mutawaffika) und zu Mir erheben und dich reinigen von denen, die ungläubig sind...‘“
Sure 5:116–117:* „Und als Allah sprach: ‚O Jesus, Sohn der Maria, hast du etwa zu den Menschen gesagt: Nehmt mich und meine Mutter zu zwei Göttern neben Allah?...‘ Er sprach: ‚Gepriesen seist Du!... Ich habe ihnen nur gesagt, was Du mir befohlen hast: Dient Allah, meinem Herrn und eurem Herrn. Und ich war Zeuge über sie, solange ich unter ihnen weilte; seitdem Du mich aber abberufen hast (tawaffaytani), bist Du der Wächter über sie; und Du bist Zeuge über alle Dinge.‘“
---
#### 1. Die Behauptung der Ahmadiyya-Gemeinschaft (Primärquellen)
Die Ahmadiyya Muslim Jamaat stützt ihren gesamten Gründungsanspruch auf eine spezifische Umdeutung der Kreuzigungs- und Endzeitereignisse:
Mirza Ghulam Ahmad behauptet in Jesus in Indien (Masih-e-Hindustan) und Izala-e-Auham* (S. 569 ff.), Jesus habe die Kreuzigung bewusstlos überlebt, sei nach Kaschmir (Srinagar) ausgewandert und dort im Alter von 120 Jahren als „Yuz Asaf“ eines natürlichen Todes gestorben.
* Gleichzeitig behauptet die Ahmadiyya, dass Jesus zwar physisch tot sei, aber die in Hadithen erwähnte „Wiederkunft Jesu“ metaphorisch erfüllt sei: Mirza Ghulam Ahmad selbst sei dieser versprochene Messias und das spirituelle Ebenbild Jesu in der muslimischen Endzeit.
---
#### 2. Position von Dr. Javed Ahmad Ghamidi & Koran-Hermeneutik (Al-Mizan & Al-Bayan)
Dr. Javed Ahmad Ghamidi analysiert die Verse im direkten koranischen Satzgefüge und weist sowohl die physische Himmels-Rückkehr der Orthodoxie als auch den messianischen Anspruch der Ahmadiyya als unhaltbar zurück:
Kein Tod am Kreuz (Sure 4:157): Jesus wurde weder am Kreuz getötet noch durch Kreuzigung ermordet. Allah rettete Seinen Propheten vor der schändlichen Hinrichtung und erhob ihn ehrenvoll (Raf'*).
Natürlicher Tod (Tawaffi in Sure 3:55): Das arabische Verb tawaffa* bedeutet im koranischen Sprachgebrauch unmissverständlich „die Seele nehmen / den Tod herbeiführen“. Jesus ist nach seiner Errettung und Abberufung gestorben – genau wie alle anderen Propheten vor ihm. Die indische Grab-Legende entbehrt jeglicher koranischer und historisch-kritischer Grundlage.
Ende der Mission am Tag des Gerichts (Sure 5:117): In Sure 5:117 erklärt Jesus im Zwiegespräch mit Gott, dass er die Aufsicht über seine Anhänger verlor, als Gott ihn abberief (tawaffaytani*). Wenn Jesus in der Endzeit noch einmal auf die Erde zurückkehren würde, um das Christentum zu korrigieren, wäre seine Aussage in Sure 5:117 sinnwidrig. Seine prophetische Mission ist endgültig beendet.
---
⚖️ Redaktionelle Bewertung & Fazit von ahmadis.de
Der Koran enthält keinen einzigen zwingenden Beleg für eine physische Rückkehr Jesu und schließt in Sure 5:117 eine erneute irdische Mission kategorisch aus. Ebenso wenig existiert im koranischen Gefüge Raum für die Behauptung der Ahmadiyya, Mirza Ghulam Ahmad sei die Reinkarnation oder spirituelle Erfüllung des Messias. Jesus war ein Gesandter an das Volk Israel, dessen irdischer Auftrag mit seiner Abberufung vollständig besiegelt wurde.
Koranischer Wortlaut & Theologische Analyse zur Frage der Wiederkunft Jesu
Koranverse im Wortlaut:
Sure 4:157–158:* „...und wegen ihrer Rede: ‚Wir haben den Messias, Jesus, den Sohn Marias, den Gesandten Allahs getötet‘ – aber sie haben ihn weder getötet noch gekreuzigt, sondern es erschien ihnen so... Vielmehr hat Allah ihn zu Sich erhoben.“
Sure 3:55:* „Als Allah sprach: ‚O Jesus! Siehe, Ich will dich abberufen (mutawaffika) und zu Mir erheben und dich reinigen von denen, die ungläubig sind...‘“
Sure 5:116–117:* „Und als Allah sprach: ‚O Jesus, Sohn der Maria, hast du etwa zu den Menschen gesagt: Nehmt mich und meine Mutter zu zwei Göttern neben Allah?...‘ Er sprach: ‚Gepriesen seist Du!... Ich habe ihnen nur gesagt, was Du mir befohlen hast: Dient Allah, meinem Herrn und eurem Herrn. Und ich war Zeuge über sie, solange ich unter ihnen weilte; seitdem Du mich aber abberufen hast (tawaffaytani), bist Du der Wächter über sie; und Du bist Zeuge über alle Dinge.‘“
---
#### 1. Die Behauptung der Ahmadiyya-Gemeinschaft (Primärquellen)
Die Ahmadiyya Muslim Jamaat stützt ihren gesamten Gründungsanspruch auf eine spezifische Umdeutung der Kreuzigungs- und Endzeitereignisse:
Mirza Ghulam Ahmad behauptet in Jesus in Indien (Masih-e-Hindustan) und Izala-e-Auham* (S. 569 ff.), Jesus habe die Kreuzigung bewusstlos überlebt, sei nach Kaschmir (Srinagar) ausgewandert und dort im Alter von 120 Jahren als „Yuz Asaf“ eines natürlichen Todes gestorben.
* Gleichzeitig behauptet die Ahmadiyya, dass Jesus zwar physisch tot sei, aber die in Hadithen erwähnte „Wiederkunft Jesu“ metaphorisch erfüllt sei: Mirza Ghulam Ahmad selbst sei dieser versprochene Messias und das spirituelle Ebenbild Jesu in der muslimischen Endzeit.
---
#### 2. Position von Dr. Javed Ahmad Ghamidi & Koran-Hermeneutik (Al-Mizan & Al-Bayan)
Dr. Javed Ahmad Ghamidi analysiert die Verse im direkten koranischen Satzgefüge und weist sowohl die physische Himmels-Rückkehr der Orthodoxie als auch den messianischen Anspruch der Ahmadiyya als unhaltbar zurück:
Kein Tod am Kreuz (Sure 4:157): Jesus wurde weder am Kreuz getötet noch durch Kreuzigung ermordet. Allah rettete Seinen Propheten vor der schändlichen Hinrichtung und erhob ihn ehrenvoll (Raf'*).
Natürlicher Tod (Tawaffi in Sure 3:55): Das arabische Verb tawaffa* bedeutet im koranischen Sprachgebrauch unmissverständlich „die Seele nehmen / den Tod herbeiführen“. Jesus ist nach seiner Errettung und Abberufung gestorben – genau wie alle anderen Propheten vor ihm. Die indische Grab-Legende entbehrt jeglicher koranischer und historisch-kritischer Grundlage.
Ende der Mission am Tag des Gerichts (Sure 5:117): In Sure 5:117 erklärt Jesus im Zwiegespräch mit Gott, dass er die Aufsicht über seine Anhänger verlor, als Gott ihn abberief (tawaffaytani*). Wenn Jesus in der Endzeit noch einmal auf die Erde zurückkehren würde, um das Christentum zu korrigieren, wäre seine Aussage in Sure 5:117 sinnwidrig. Seine prophetische Mission ist endgültig beendet.
---
⚖️ Redaktionelle Bewertung & Fazit von ahmadis.de
Der Koran enthält keinen einzigen zwingenden Beleg für eine physische Rückkehr Jesu und schließt in Sure 5:117 eine erneute irdische Mission kategorisch aus. Ebenso wenig existiert im koranischen Gefüge Raum für die Behauptung der Ahmadiyya, Mirza Ghulam Ahmad sei die Reinkarnation oder spirituelle Erfüllung des Messias. Jesus war ein Gesandter an das Volk Israel, dessen irdischer Auftrag mit seiner Abberufung vollständig besiegelt wurde.
Verwendete Quellen & Editionen
- Koran al Karim – Sure 4:157–158 (Erhebung & Bewahrung vor Kreuzigung) [Vers-Referenz: Sure 4:157–158]
- Koran al Karim – Sure 3:55 (Mutawaffika / Abberufung & natürlicher Tod) [Vers-Referenz: Sure 3:55]
- Koran al Karim – Sure 5:116–117 (Abschluss der prophetischen Mission Jesu) [Vers-Referenz: Sure 5:116–117]
- Dr. Javed Ahmad Ghamidi – Al-Mizan (Koran-Exegese & Systematische Theologie) [Edition: Al-Mawrid Institute] 🔗 Beleg & Scan →
- Izala-e-Auham (Beseitigung von Missverständnissen) [Edition: Ruhani Khazain Band 3] 🔗 Beleg & Scan →