In Diskussionen rund um die Ahmadiyya wird häufig auf Übersetzungen verwiesen,
als seien sie identisch mit dem ursprünglichen Korantext.
Dieser Beitrag erklärt,
warum Übersetzung und Deutung nicht dasselbe sind
– und warum dieser Unterschied entscheidend ist.
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- Der Koran ist arabisch offenbart
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Der Koran selbst bezeichnet sich als
„arabischer Koran“.
Das bedeutet:
Der eigentliche Wortlaut existiert nur im Arabischen.
Jede Übersetzung ist bereits ein Schritt der Auslegung.
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- Übersetzung vs. Deutung
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Eine Übersetzung sollte:
- den Wortlaut möglichst neutral wiedergeben
- keine zusätzlichen theologischen Aussagen einführen
Eine Deutung beginnt dort,
wo Bedeutungen ergänzt, gelenkt oder erweitert werden,
die im Text selbst nicht klar stehen.
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- Wo das Problem entsteht
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Wenn eine Übersetzung:
- bestimmte Bedeutungen bevorzugt
- alternative Lesarten ausblendet
- Begriffe theologisch zuspitzt
dann wird aus einer Übersetzung
eine theologische Interpretation.
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- Beispiel: Sure 4:69
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Der Vers spricht davon,
dass gehorsame Gläubige mit Propheten,
Wahrhaftigen und Rechtschaffenen sein werden.
Der arabische Text sagt nicht,
dass neue Propheten entstehen
oder dass diese Rollen offen sind.
Wenn eine Übersetzung diesen Eindruck erweckt,
geht sie über den Wortlaut hinaus.
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- Warum das wichtig ist
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Viele theologische Streitfragen
entstehen nicht aus dem Koran selbst,
sondern aus der Art,
wie er übersetzt und erklärt wird.
Deshalb ist es notwendig,
Übersetzungen kritisch zu prüfen
und sie am arabischen Text zu messen.
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Fazit in klarer Sprache
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Übersetzungen sind hilfreich, aber nicht unfehlbar
Theologie darf nicht unbemerkt in Übersetzungen einfließen
Der Maßstab bleibt der arabische Korantext
Jede Lehre muss sich daran messen lassen